iRobot Roomba 770 Staubsaug-Roboter: Amazon.de: Küche

iRobot Roomba 770 Staubsaug-Roboter: Amazon.de: Küche

Aber dann verplempere ich sinnlos das schöne Geschenk, dass er mir macht: Zeit.

Ich habe lange gegrübelt, ob ich den Spruch aus Star Trek (...to boldly go where no vacuum cleaner has gone before.) oder lieber Loriot mit "Es saugt und bläst der Heinzelmann ..." bemühen soll, aber ich lasse beides weg, denn der kleine Helfer ist überaus ernst zu nehmen.
Der iRobot Roomba 770 kommt in einer dezenten Kiste, wird mittels Quickstart in wenigen Minuten einsatzbereit, und kann dann seine ersten Runden durch das traute Heim drehen, während man in Ruhe die ausführliche aber dennoch kompakte Anleitung liest.
Dort erfährt man dann, wie er timergesteuert - vorzugsweise über Nacht oder wenn tagsüber mal sturmfreie Bude herrscht - die Drecksarbeit machen darf, wie man die interne Uhr stellt und ihm Deutsch für die Sprachausgabe beibringt.
Die Akkus waren bei meinem Exemplar bereits komplett geladen, und so habe ich ihn gleich mit der Arbeit anfangen lassen.

Erster Eindruck:
Scheinbar planlos fährt der Roomba so lange, bis er irgendwo aneckt. Vor Wänden bremst er merklich ab, Stuhl- oder Tischbeine werden bisweilen etwas härter getroffen. Bei längerer Beobachtung merkt man jedoch, dass er einen Plan hat. Er umfährt Hindernisse ziemlich geschickt, und kommt dank seiner flachen Bauweise auch unter die Couch und sowieso überall da hin, wo auch der konventionelle Staubsauger hinkommt. Setzt man ihn in die Mitte eines großen Raums, offenbart sich seine Taktik: Er startet in einer Spirale, und besucht danach alle Winkel und Ecken. Und er macht seinen Job wirklich gut.


Eine Spur der Sauberkeit war beim ersten Besuch unter unserer Couch zu sehen, und er hat sich auch eine ganze Weile dort herumgetrieben. Angeblich merkt er nämlich, wo es besonders nötig ist, mal durchzuputzen.
Will man ihm Einhalt gebieten, reicht ein Druck auf die beleuchtete Taste in seiner Mitte oder auf der beiliegenden Fernbedienung. Man kann den Roomba auch manuell steuern, aber dann ist der Witz weg, weil man dabei sein muss.

Nachtschicht:
Nach der einfachen Programmierung der Reinigungszeiten war eine Nachtschicht fällig. Er durfte sich das Wohnzimmer vorknöpfen, die Tür konnte dabei geöffnet bleiben, weil ich sie mit der beiliegenden virtual wall blockiert habe. Das ist so was Ähnliches wie Sonnenlicht für Vampire; er fährt einfach nicht durch die unsichtbare Infrarot-Barriere.
Am nächsten Morgen befand der Roomba sich aber nicht wie erwartet in seiner Docking-Station, sondern schlief friedlich unter dem Tisch. Offenbar hat er seine Home Base nach Dienstende nicht finden können. Ich habe nämlich keinen ausreichenden, freien Platz an einer Wand und zudem noch in der Nähe eine Steckdose. Das Andocken kann auch manuell ausgelöst werden, das hat bisher immer geklappt. Das Wohnzimmer selbst hatte er schön sauber hinterlassen, und sein Staubbehälter war erschreckend voll. Man kommt sich sowieso immer wie ein Ferkel vor, wenn man den ausleert, was im Übrigen schnell und einfach geht.

Und sonst?
Der Zeitaufwand beim Staubsaugen reduziert sich mit dem Roomba auf ein unvermeidbares Minimum. Einfach die Stühle unter dem Tisch herausziehen, herumliegenden Krempel aufsammeln, die offene Tür per virtual wall blockieren, den Roomba am Tragegriff ins Zimmer setzen, Knopf drücken, und endlich was Sinnvolles machen, anstatt mit dem Staubsauger zu hantieren.
Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Die Teppiche werden durch die eingebauten Bürsten sauberer als mit unserem bisherigen Staubsauger, und auch auf glatten Böden liegen weder Haare noch Fusseln rum. Auch die Ecken werden durch die kleinen rotierenden Pinsel gut erreicht.
Die Saugleistung ist verglichen mit einem konventionellen Staubsauger natürlich viel geringer, aber das gleicht der iRobot durch Hartnäckigkeit und die rotierenden Bürsten locker aus.
Die Arbeitszeit wird automatisch der Raumgröße angepasst; wenn der Roomba findet, dass alles sauber ist (er hat eingebaute Sensoren, die ihm das ermöglichen), schaltet er sich ab oder sucht die Aufladestation - wenn er sie denn finden kann. Die Batterie ist bei unserem Modell nach dem Andocken immer in kürzester Zeit wieder voll geladen.
Die Lautstärke beim Reinigen ist geringer als bei einem Staubsauger aber allgegenwärtig.
Wenn der Roomba Stuhl- oder Tischbeine anrempelt, hört man das ziemlich genau, und ein Stuhl wird auch gerne mal ein Stück weiter geschoben.
Trifft er eine Tür - egal ob offen oder geschlossen - hat man das Gefühl, dass jemand anklopft.
Und zwar so hartnäckig wie ein Staubsaugervertreter.
Nachts werde ich ihm zukünftig frei geben, damit ich nicht wieder denke, ich habe Einbrecher im Haus.

Nix zu Meckern?
An unserem Kalkputz - der leicht abkreided, wenn man darüber streicht - holt sich der Roomba weiße Streifen auf dem schwarzen Gehäuse.
Warum musste es eigentlich wieder dieser glänzende Klavierlack sein?
Der zieht doch den Staub magisch an. Aber vielleicht gerade deshalb ...

Fazit
Eine tolle Sache, die eine gewaltige Zeitersparnis bringt.
Warum sollte man da noch selbst Staub saugen wollen?
Sehr empfehlenswert für faule Pragmatiker, eher weniger für Sammler von teuren Bodenvasen und wertvollen Möbeln, gar nicht für Mitmenschen mit Putzstörung.

UPDATE +++ UPDATE +++ UPDATE +++ UPDATE
26.09.2012
Seit über einem Jahr schiebt der Roomba Dienst in unserem Haus.
Außer einem Wechsel der HEPA-Filter war noch keine Wartung erforderlich. Ich bin sehr zufrieden.

UPDATE +++ UPDATE +++ UPDATE +++ UPDATE
05.11.2013
Der Roomba und seine Sensoren - Never Change a Cleaning Team
Wir haben neue Teppiche für unser Wohnzimmer gekauft. Insgesamt recht dunkel vom Farbton her, wie ihre Vorgänger, aber mit hellen Streifen. Auf den Vorgängern waren jedoch nur ein paar vereinzelte helle Applikationen.
Den heutigen Einsatz hat der Roomba mit Fehler 6 beendet, und das gleich mehrfach nacheinander. Dieser Fehler wird durch die Sensoren auf der Unterseite ausgelöst. Normalerweise verhindern sie, dass der wertvolle Helfer sich blindlings in Abgründe wie Treppen o.ä. stürzt. Auf dunklen - oder wie bei mir - kontrastreichen Teppichen kann das dazu führen, dass der Roomba sich ständig gefährdet fühlt und seine Tätigkeit beendet.
Man findet viele hilfreiche Tipps wie man die Sensoren überlisten kann, einer davon empfiehlt das Abkleben mit Alufolie. Beim Roomba 770 funktioniert das nicht, er bemerkt den Betrug und startet nicht einmal.
Eine andere Anleitung zeigt, wie man die Sensoren kurzschließen kann, was aber das Öffnen des Geräts und einen Eingriff in die Elektronik erforderlich macht.
Bei meinem Roomba hilft es, die sechs Sensoren mit weißem, etwas dickeren Papier abzukleben. Dann ignoriert er die Streifen im Teppich und macht seinen Job wie früher. Die Klebestreifen dürfen jedoch weder die vordere Stoßstange noch die die rotierende Bürste behindern.
Allerdings sollte man dann die Tür zum Keller verschlossen halten, sonst stürzt er sich wild entschlossen die Treppe hinunter.



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Posted by admin, Published at 1:35 PM and have 0 comments

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