Staubsauger gibt es viele und jeder Hersteller meint, den besten Sauger zu bauen. Der eine wirbt mit keinem Saugkraftverlust Dank Cyclone-Technik, der andere mit Elektrobürste, der nächste mit besonders leisem Motor und der Vierte mit Akkubetrieb. Aber wie alles im Leben gibt es Kompromisse, mal mehr und mal weniger: Die akkubetriebenen Sauger reichen maximal 30 Minuten und haben keine Saugleistung, weshalb sie mit Elektrobürste versuchen, dies zu kompensieren, die leisen Geräte sind so gedemmt, dass sie recht schwer sind, Caclone-Technik ist meist ohne Beutel und Elektrobürsten machen den Fuß oft schwerfällig und dick.
Beim SEBO Automatic X4 sind diese Kompromisse äußerst gering. Einzig der integrierte Schlauch scheint kürzer, als 2,6m, wie angegeben. Da das Gerät auf Rollen steht, läuft man Gefahr, dass ein zu starker Zug am Schlauch es aus der Bahn wirft, mit der optionalen Verlängerung ist dieses Problem gelöst und man kann dann sogar eine ganze Treppe absaugen.
Beutel oder beutellos? Firmen wie Dyson heben gerne hervor, dass man ja keine Folgekosten hat. Was sie aber nicht erzählen ist, dass man so ein Gerät ein- bis zweimal im Jahr gründlich reinigen sollte. Das ist eine Arbeit, die man keinem wünschen würde und vor Allem Zeit kostet. Rechne ich diese Zeit in Geld um, sind Beutel und Filter für ein paar Euro im Jahr, gepaart mit einem günstigerem Anschaffungspreis (unser DC23 kostete 500 Euro, für 150 Euro kann ich sehr viele Beutel und Filter kaufen) zu vernachlässigen.
Boden oder Hand? Bürste oder Kombi? - Diese Frage habe ich mir lange Zeit gestellt. Etwas Vorwerk-belastet war mir der Kobold aus Familienkreisen ein Begriff, nur ist dieser ziemlich teuer. Weiteres Problem, die neueren Vorwerks haben wenig von den alten und sind mechanisch teilweise sogar eine Katastrophe, sprich, das Geld einfach nicht mehr wert. Wir hatten einen Tiger 251, ein exzellentes Gerät, sowie einen neueren Kobold von 2002, den Kauf habe ich nach nicht mal einem Jahr bereut. Bodenstaubsauger zieht man hinter sich her, man kann flexibel mit dem Saugrohr herumwuseln, hat aber immer den Kasten hinten dran. Wenn man ihn verstaut, stört zumeist der Schlauch, der irgendwo rumhängt. Außer beim Dyson kann man den Schlauch um das Gerät wickeln, das macht ihn äußerst kompakt. Handstaubsauger kommen, wie der Vorwerk Kobold und der Automatic X4 mit einer Bürstwalze, die elektrisch angetireben wird. Beim Automatic X hat man nicht den Nachteil, dass man ständig den Fuß abnehmen muss um den Schlauch dran zu stecken, sondern man zieht das Handrohr einfach aus dem Gerät und kann sofort los saugen. Aufrecht steht er ohne Probleme, so dass man ihn einfach wegstellen kann.
Elektro oder Turbine? Beide Systeme haben ihre Vor- und Nachteile. Turbinendüsen brauchen keine extra Stromleitung, die einige Geräte etwas manövrierunfähig machen, da der Schlauch mit der Energieleitung unflexibler ist. Dafür wird aber mehr Saugleistung benötigt, da die Turbine der Düse mit angetrieben werden muss. Die Bürste dreht naturgemäß schneller, als notwendig und wird durch den Teppich gebremst. Auf Hartböden ist der Widerstand geringer, so dass diese dann naturgemäß aufheulen. Kommt etwas Unerwünschtes hinein, dreht sie stupide weiter, da sie ja keine Kontrolle über die Energie hat. Bürstwalzen mit Elektroantrieb hingegen drehen mit einer konstanten Drehzahl und bei einem Widerstand erkennt dies das Gerät und schaltet ab, so wie der Automatic X. Auf Hartböden wirkt die Bürste zusäztlich und fegt quasi den Schmutz in den Beutel, die Höhenanpassung trägt ihr Übriges dazu bei. Bürstsauger kommen daher auch mit weniger Leistung aus, da die Bürste den Schmutz vom Boden schon löst. Ein alter Kobold hat beispielsweise 250 oder 600 Watt und erzielte vor über 20 Jahren schon bessere Ergebnisse, als Sauger mit über 1.200 Watt. Liest man die Werbung von Dyson, kann man sogar mit weniger Leistung durch Zyklonentechnologien, die quasi einen stärkeren Unterdruck erzeugen, erzielen. AEG hat sich dieser Technik auch verschrieben und ein Dyson bietet enorm viel Kraft im Saugkanal. Allerdings auf Kosten der Ohren, denn laut sind sie dafür. Der Automatic X hat einen herkömmlichen Motor, der den Staub durch den Beutel über ein Vakuumeffekt hinein zieht, wie es die meisten Sauger tun. Da der Beutel von oben befüllt wird, verliert das Gerät auch nicht an Saugkraft.
Eine Sache sollte man zudem bedenken: Elektrische Bürstwalzen sind konstruktionsbedingt höher, als man es von einem üblichen Bodenstaubsauger her kennt. Unser SEBO Automatic X4 passt somit beispielsweise nicht unter die Toilette. Allerdings ist dies unproblematisch, da erstens das Bad eh gewischt wird und zweitens man schnell den Handschlauch entnommen hat. Mit dem kommt man wiederum in jede Ecke.
Automatic X4 oder X5? Ob 31 oder 37 cm Arbeitsbreite beantwortet SEBO mit der Größe der Wohnfläche. Ich habe zunächst einmal geprüft, wie breit andere Bürsten sind. Dyson bei 29 cm, der Kobold bei 30 cm, somit liegt 31 cm genau in diesem Rahmen. 37 cm für große Flächen, wie Konferenzräume oder geräumige Wohnzimmer, sorgen sicher für eine schnellere Reinigung. Aber ein breiteres Gerät wird sicher auch mehr Laufrollen haben, in einem Test heißt es auch, dass er schwer zu manövrieren sei. Dies konnte ich beim X4 nicht feststellen. Auch ist ja nur die Arbeitsbreite anders, die 1300 Watt verteilen sich also auf 7 cm mehr Saugbreite. Somit müsste dann physikalisch auch die Saugkraft logischerweise punktuell abnehmen, beides für mich Kriterien, weshalb ich mich für den X4 entschieden habe. Zudem ist er 200 Gramm leichter, das dürfte allerdings weniger ins Gewicht fallen. Apropos Gewicht: Der Automatic X punktet auch mit pfiffigen Details, wie die Griffmulde unten auf der Vorderseite. So kann man ihn bequem unterhaken und einhändig die Treppe hochtragen. Gefühlt sogar leichter, als unser voriger Dyson DC23. Nochmal zur Arbeitsbreite: Ein Fuß mit Elektrobürste ist etwas breiter, als eine Kombidüse. Der SEBO Automatic X4 passt nicht mehr unter unsere Küchenstühle, die müssen wir nun vorziehen, aber das ist sogar eher ein Vorteil. So wird man nicht zum "Husch Husch saugen" verleitet.
Warum einen SEBO und keine AEG Vampyrette oder ähnliche Geräte? Klar ist der SEBO etwas teurer, bietet aber als einer der wenigen eine elektronisch angetriebene Bürstwalze, siehe oben, die auf allen Böden hervorragende Leistungen erzielt. Schade ist nur, dass SEBO nicht wirklich hervor hebt, dass der Automatic X auch auf Glattböden hervorragende Saugergebnisse erzielt. Mein Gedanke, dass eine Bürstwalze den Schmutz besser in den Saugkanal treibt, als eine einfache Kombidüse, wurde Rechnung getragen. Haare im Bad auf Fliesen sind ruckzuck im Beutel, so auch Fusseln auf Laminat. Ich bin mir sicher, dass eine Vampyrette Trotz 1800 Watt, aber ohne rotierende Bürste, hier nicht so viel Schmutz bei einmaligem Saugen weg kriegt.
Warum der Automatic X4 und nicht ein Felix 1 Premium? Der Felix ist auch ein tolles Gerät und es lassen sich im Gegensatz zum Automatic X auch die Bodendüsen tauschen. Allerdings verfügt er über ein kürzeres Netzkabel, einen kürzeren Schlauch und vor Allem nicht über den Vorteil, dass sich die Bürstwalze automatisch in der Höhe einstellt. Da kann man auch verschmerzen, dass man sie beim Automatic X nicht abschalten kann.
Fazit:
Der SEBO Automatic X4 ist ein Sauger, wie ich ihn mir immer gewünscht habe: Handstaubsauger mit Bürstwalze, welcher auch die Vorteile eines Bodenstaubsaugers in sich vereint. Allerdings mit weniger, nicht regulierbarer Saugkraft und etwas kurzem, flexiblen Schlauch. Greift man aber ins Zubehörsortiment und ersteht zu sehr günstigen Konditionen einen Verlängerungsschlauch, Verlängerungsrohr und Turbinen-Düse PT-C für Polster und Treppen, hat man alles, was das Herz begehrt.
Tipp: Auf der SEBO Homepage gibt es den Berater, der einem bei der Auswahl etwas behilflich ist und Vor- und Nachteile gegenüber stellt. Allerdings kommt hier der Automatic X etwas zu kurz, denn seine Stärken werden im Bereich Teppich hervorgehoben, über Glattböden liest man nicht so viel.
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